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Taufe

Wenn Sie Ihr Kind taufen lassen möchten, brauchen Sie es im Regelfall nur bei dem für Ihren Wohnort/Straße zuständigen Pfarramt zur Taufe anzumelden. Dabei werden Sie zu einem "Taufgespräch" eingeladen, oft zusammen mit anderen Eltern, die ebenfalls ihr Kind in der Gemeinde taufen lassen möchten. Bei diesem Gespräch wird man mit Ihnen über Ihren Glauben sprechen und auch über ihren Wunsch, ihr Kind taufen zu lassen; außerdem wird man den Ablauf des Taufritus erklären. Für die Taufe wird vorausgesetzt, daß eine entsprechende religiöse Erziehung gewährleistet ist. Wenn weder ein Elternteil noch sonst ein in der Erziehung des Kindes beteiligte Person dies leisten kann, kann der Pfarrer die Taufe aussetzen, bzw einen Taufaufschub vorschlagen, bis sich die Situation geändert hat, bzw das Kind alt genug ist und aus eigenem Antrieb die Taufe erbittet. Die Taufe darf nur gespendet werden, wenn es moralisch sicher erscheint, daß das Kind auch in den Glauben hinein erzogen wird.

Die Zugehörigkeit der Eltern zur katholischen Kirche und deren persönliche religiöse Situation ist im Prinzip nicht Vorbedingung einer Taufe. Dieses spezielle Problem ergibt sich lediglich bei der Taufe von noch unmündigen Kleinkindern durch kirchlich und religiös uninteressierte Eltern und wenn zudem auch weder Paten noch Großeltern in der religiösen Erziehung ersatzweise einspringen können. Die Logik des Taufaufschubes ist hier sicherlich verstehbar.

Vor allem auch im Hinblick auf das zu taufende Kind ist die Frage, inwieweit diesem der Zwiespalt zumutbar ist, der sich zwischen der Lebenspraxis der Eltern auf der einen Seite und dem Anspruch aus dem Religionsunterricht und seiner Gemeindezugehörigkeit auf der anderen Seite ergibt (etwa anläßlich der Erstkommunion).

Voraussetzung der Taufzulassung ist in keinem Fall die kirchliche Heirat der Eltern. Der Pate, der ins Taufbuch eingetragen wird, muß katholisch sein, bei mehreren Paten müssen nicht alle katholisch sein. Der katholische (Haupt-)Pate muß unter Umständen einen Taufschein vorlegen.

Die Taufe des Kindes wird von Pfarrbüro im Familienstammbuch eingetragen. Die Taufe muß nicht in der Heimatgemeinde stattfinden und nicht durch den Heimatpfarrer gespendet werden. Dies kann zum Beispiel auch im Krankenhaus oder im Heimatort der Großeltern geschehen.

Die Taufe wird von dort an die zuständige Heimatgemeinde weitergemeldet.

Grundsätzlich ist aber eine Tauffeier in der Ortsgemeinde vorzuziehen, da Taufe eben auch ein öffentliches Ereignis ist: Die Pfarrgemeinde erhält ja mit diesem Eintritt ein neues Mitglied. Sie soll und darf daher nicht ausgespart werden bei diesem Sakrament.

Woher kommt die Taufe?

Seit Mitte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. lassen sich im palästinischen Raum bis hin nach Syrien verschiedene “Taufbewegungen” ausmachen. Es handelt sich um unterschiedlich geprägte eschatologische (mit einem nahen Weltende rechnende) Gruppierungen, bei denen die Reinigung durch Tauchbäder besondere Bedeutung hat. Im Hintergrund steht ein intensives Verlangen nach neuer Reinheit und Gottesnähe. Besonders ins Auge fällt dabei neben der Bedeutung der Waschungen in Qumran die Taufbewegung Johannes des Täufers. Sie hebt sich in mancherlei Hinsicht von den Reinigungsriten ihrer Zeit ab: Johannes spendet eine einmalige Taufe und ruft ganz Israel auf, sich dieser zu unterziehen. Sie will ein Zeichen der Buße sein, um durch das Bekenntnis der eigenen Schuld bei Gott Vergebung zu finden und so dem drohenden Gericht zu entgehen. In seiner Predigt steht Wassertaufe gegen Feuertaufe: Die Wassertaufe des Täufers sucht Gottes Vergebung; die Feuertaufe des “Stärkeren”, der dem Täufer folgt, bringt das Gericht. Denn es gilt: “Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.” (Lukas 3,9)

Der Anfang des Wirkens Jesu ist mit der Taufbewegung des Johannes verbunden: Jesus ist vom Täufer getauft worden, viele seiner Jünger scheinen aus der Täuferbewegung gekommen zu sein. Sie alle sind mit der Taufpraxis des Johannes vertraut. Auf alle Fälle sahen sie die Taufe des Johannes als ein großes Zeichen der Bekehrung und des Neubeginns in Israel (vgl. etwa Markus 11,30ff). So ist es nicht verwunderlich, dass die Kirche beim missionarischen Aufbruch nach Ostern an dieses Praxis anknüpfte. Die Apostelgeschichte berichtet davon, dass die Pfingstpredigt des Petrus zur Taufe vieler Hörer geführt hat und sich so Gemeinde formierte (Apostelgeschichte 2,1-47). Der Abschluss des Matthäusevangeliums verdeutlicht die Taufe als Zeichen der Bekehrung und Jüngerschaft.

Schon von den Anfängen wurde somit in der frühen Gemeinde die Taufe als Zeichen der Umkehr und Sündenvergebung, als Initiation der Jesusjüngerschaft und als Eingliederung in die Gemeinde Jesu Christi vollzogen (vgl. Apostelgeschichte 2,1ff). Auch wenn dabei der Bezug zur Johannestaufe deutlich ist (vgl. etwa Apostelgeschichte 18,24-28;19,1-7), so eignet der Taufe der Jesusjünger doch auch eine neue Orientierung: Sie wird auf den “Namen” des wiederkommenden Herrn Jesus Christus gespendet, dem der Täufling in der Taufe zugeeignet wird. Sie bewirkt zudem den Empfang des Geistes (Apostelgeschichte 1,5; 11,16; 19,1-6), der als “Angeld” künftiger Herrlichkeit verstanden wurde (2 Korinther 1,22; 5,5).




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