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Gehrden / Kirchenführer / Der Baustil |
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Der Baustil der Gehrdener Kirche Die Kirche, über deren Baugeschichte nichts Schriftliches vorliegt, ähnelt sehr der in Lippoldsberg an der Weser, dem Schöpfungsbau einer Gruppe von romanischen Kirchen, die man die Wesergruppe nennt. Die Stilelemente der in äußerer Form schlicht und zurückhaltenden Romanik können wir in Gehrden gut erkennen. Wir befinden uns in einer dreischiffigen Pfeilerbasilika in Kreuzform. Längs- und Querschiff sind überdeckt durch Kreuzgratgewölbe, die auf Wandvorlagen mit Viertelkreiskonsolen abgefangen werden. Über den Seitenschiffen sind die auf Kragsteinen ruhenden Grate tonnenartig zusammengezogen. Die Nebenschiffe sind von halber Breite und Höhe des Hauptschiffes. Sie laufen über das Querschiff hinweg, enden in je einer Apsis und sind als Nebenchöre durch Mauerschranken vom Hauptchor getrennt. Auch das Mittelschiff hatte eine Apsis. Sie wurde 1667 abgebrochen und durch einen geraden Abschluß ersetzt, der die Kirche um ein Joch nach Osten erweitert. Der Verlauf der ehemaligen Apsis ist im Chor rechts wie links durch eine Einkerbung im Fußboden angedeutet. 1845 sind die beiden gotischen Chorfenster anstelle der einst romanischen eingebaut worden. Sie sollten dem farbenprächtigen Hochaltar mehr Licht verschaffen. Im selben Jahr haben auch die Stirnseiten des Querschiffes gotische Fenster erhalten. Die Doppelarkaden über den Mauerschranken weisen Reste romanischer Bemalung auf, ein Beweis dafür, daß die Kirche ursprünglich bemalt war. Die Form der Pfeiler zwischen Hauptschiff und Nebenschiffen, „niedersächsisch“ genannt, ist typisch für diesen Baustil. Sie haben einen quadratischen Grundriß, und in ihren abgeschrägten Ecken befinden sich Dreiviertel-Säulchen mit unterschiedlich gestalteten Kapitellen. Um der Feuchtigkeit zu begegnen, war der Kirchenboden in vorbarocker Zeit etwa 70 cm hoch mit Brandschutt angefüllt worden, so daß die Pfeilerbasen nicht mehr zu sehen waren. Ein zugemauertes Tor in der Südwand des Querschiffes führt nur bis auf das einst erhöhte Niveau des Bodens. Das ist auch so bei den Säulen der Orgelbühne. Als im Jahre 1956 der Schutt wieder abgetragen wurde und die alten Raumverhältnisse wieder hergestellt waren, verbesserte sich auch die Akustik. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jhs. hatte die Kirche für etwa zwei Jahrhunderte eine Nonnenempore, zu der die frommen Frauen direkt Zugang hatten, als Wohngebäude und Kirche verbunden waren. Die jetzige Orgelbühne ist ein Rest dieser Empore. |
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